Strukturen aufbrechen – Das Expertenwissen

Das Expertenwissen

Ich habe selbst eine unabhängige Zertifizierung für den Bereich der Computersicherheit. Eine international Anerkannte dazu; nicht so ein PC Kurs vom Arbeitsamt. Bin ich jetzt Experte?

Nun, ich glaube, dass ich so ungefähr weiß, wovon ich in meiner Domäne spreche, aber ich selbst würde mich trotz vieler Jahre Berufserfahrung nicht als Experte bezeichnen.

Die Lehre hier ist einfach: „Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste der Verzweiflung.“ (Hendrik von Känel). Als Erstes erkennt man, was man alles nicht weiß. Dann stellt man fest wie viele Lücken das Gedächtnis hat – es gibt keinen flüchtigeren Speicher! Zuletzt erkennt man, dass es neben der eigenen noch mindestens eine andere Meinung gibt, die sich zu Betrachten lohnt.

Wenn also all die gefühlten Experten voller Stolz Ihre Meinung zum Besten geben, so erkennt man schnell, dass dieses Expertenwissen von einem Menschen kommt – und Menschen machen Fehler. Schlimmer noch – viele dieser Experten fallen schlussendlich unter den Punkt „Der bezahlte Redner“…

Ach, und nur so neben bei:

Experten für gesunden Menschenverstand sind übrigens Mangelware.

 

Strukturen aufbrechen – Das Finanzierbarkeitsargument

Schon mal aufgefallen?

Bevor eine Idee wirklich auf Ihren Sachverhalt und Ihren Sinn hin überprüft wird, wird ein „unfinanzierbar“ oder rhetorisch geschickter ein „wie wollen Sie das Finanzieren“ in den Raum gestellt.

Und schwupps – noch ehe es man bemerkt – ist man in einer Kostendebatte oder dem Kampf gegen die „kostenlos“ Kultur gefangen!

Der ursprünglichen Idee wird eine Absage erteilt bevor sie überhaupt entstehen konnte. Wäre es nicht sinnvoller die Idee zu diskutieren und – wenn es dort zu einem Konsens kommt – die Finanzierbarkeit zu realisieren? Ein geht nicht gibt es dann nicht mehr – schon mal den Chef beobachtet, wenn er was haben wollte?

Übrigens folgt dieser Logik auch der alternativlose Sachzwang zum Finanzexperten zu werden um seine Idee überhaupt vermarkten zu können! Das ist der Grund, weshalb ich mich grundsätzlich nicht mehr auf diese Diskussionsebene begebe – stattdessen versuche ich dem Gegenüber diesen Zusammenhang zu verdeutlichen. An dieser Stelle wird man dann gerne als „realitätsfern“ abgetan…

Die Finanzierbarkeit ist wichtig und verdient eine genaue und ehrliche Betrachtung. Aber in nachgestellter Ordnung – nicht als Argument zum Thema selbst. Schade, dass manchmal auch die Diskussionen innerhalb der Piraten leicht hierhin abzudriften scheinen, bevor noch der Parteikonsens festgestellt wurde.

 

Strukturen aufbrechen – Simple Wahrheiten

Verkompliziert werden Dinge nur, damit wir sie nicht mehr verstehen. Damit Experten Experten sein können. Damit wir uns aus einem Thema heraushalten. Damit wir mir Respekt zu den Sprechern aufschauen. Damit wir uns unwissend vorkommen können…

Dabei lassen sich viele, viele Themen simplifizieren, wenn man dem gesunden Menschenverstand mehr zutrauen würde – und wenn man die Kernthesen als Kernthesen betrachtet.

Durch das Verkomplizieren wird häufig einfach die Lösung verhindert. Es ist eine Technik, die unbewusst oder bewusst betrieben wird, um den Status-quo zu halten. Es lohnt sich deshalb bei jedem Argument zu fragen: Gehört das wirklich hierhin oder kann man das auch getrennt betrachten?

 

Marketing kann alles verkaufen

Und wieder einmal ist es geschehen…

Gerade haben die Warner Studios bekannt gegeben, dass Sie in Zukunft ihre Filme auf Blu-Ray verlegen wollen. Waren die beiden Lager, Blu-Ray und HD-DVD, vorher ausgeglichen, so hat sich nun das Kräfteverhältnis deutlich in Richtung BlueRay verschoben.

Der größte Vorteil für uns Konsumenten ist es wahrscheinlich, dass man nun langsam aber sicher anfangen kann sich nach einem Blu-Ray Player fürs Heimkino umzusehen (Ich übrigens nicht, ich werde noch mindestens 1 Jahr warten, dafür ist BlueRay zuviel „kann“ aber „muß nicht“).

Ein Blick zurück

Wie war das denn nochmal genau… Es gab mehrere Jahre vor der WM2006 Ankündigungen, dass diese in HDTV ausgestrahlt würde… HD TV heisst High-Definition und beschreibt 2 mögliche Verfahren,ein Bild in digitaler Form darzustellen. 720p und 1080i. Gemeint sind die Anzahl der vertikal dargestellten Punkte und das damit zusammenhängende Darstellungsverfahren (Progressiv oder Interlace). Beide Verfahren sind im Vergleich zum in Deutschland üblichen PAL Bild haushoch überlegen. Ich hatte erst kürzlich mal die Gelegenheit in Amerika ein Eishockey Game in HDTV zu sehen. Das war das erste Mal, dass ich den Puck vernünftig sehen konnte…

Wie auch immer, nach dieser Ankündigung wurden mehr und mehr Flachbildschirme gekauft, als Ersatz für den guten alten analogen Röhrenfernseher. Diese wurden vollmundig mit „HD-Ready“ beworben, auch wenn sie es nur eingeschränkt waren. Sie waren und sind HD-Ready aber nicht HD-Perfekt. In letzter Zeit ist eine neue Generation, die „Full-HD“ Fernseher, im Markt zu finden, die dem HD-Perfekt schon näher kommt…

Der eigentliche Witz hierbei war und ist aber, dass es in Deutschland außer im PayTV mit ca. 5 Kanälen noch keine Sender gibt, die auch HD-TV übertragen. Die Ankündigung von ARD & ZDF zur WM2006 wurde aus Kostengründen zurückgezogen. Und was diese HD-Ready TV’s der ersten Stunden nicht wirklich gut können, ist ein schlechtes PAL Bild mit 576×768 Bildpunkten auf ein Display, welches deutlich mehr Punkte hat, zu erweitern (hoch zu rechnen, zu skalieren).

Na? Fragst Du dich auch langsam, was das mit dem Titel des Artikels zu tun hat? Geduld… Kommt noch…

Was aber nun machen mit diesen schönen neuen Fernsehern?

Die bisherigen DVD Filme sehen nicht schlecht auf diesen Fernehern aus, aber nutzen tun sie die Qualität auch noch nicht. Und so war die Konsequenz ein Format zu entwickeln, mit dem hochauflösende Spielfilme auf diesen hochauflösenden Schirmen betrachtet werden können. Blu-Ray und HD-DVD wurden hier die konkurierenden Formate.

Ohne jetzt ins Detail zu gehen, aber wenn man die Spezifikationen von Blu-Ray mit denen von HD-DVD vergleicht, so wird dem Techniker in mir schnell klar, dass HD-DVD das ausgereiftere Format ist. Blu-Ray hat zu viele „kann“ aber „muss nicht“ Optionen in der Spezifikation. Übrigens hat Blu-Ray bereits eine erweiterte Spezifikation herausgebracht… Schade für die, die bereits einen Blu-Ray Player gekauft hatten…

Und damit sind wir (endlich) beim Titel: „Marketing kann alles verkaufen…“ – egal, was besser ist. Und wenn ich mir sodas letzte Jahr in Erinnerung rufe… die Demo–Stände von Blu-Ray, immer mit einem leuchtenden blauen Logo, sind mir besser im Gedächtnis als irgendwelche HD-DVD Präsentationen.

Und um die Titelthese zu untermauern, noch 2 Beispiele:

  • Es gab zu Anfang 3 Video Formate: Video2000, Betamax und VHS. Durchgesetzt wurde VHS, obwohl Betamax nachweislich besser war.
  • Den Krieg der Betriebssysteme von Computern gewann Microsoft. Aber nicht weil Windows 3.1 wirklich gut war. Einfach wegen des genialen Marketings. OS/2 von IBM war zu dieser Zeit um Klassen besser…

Meine Empfehlung für alle, die es genau wissen wollen… http://www.hifi-regler.de/hdtv/hdtv-einsteiger.php